Sobald die ersten Erkältungen umgehen, füllen sich die Apothekenregale mit „Immun"-Produkten.
Die gute Nachricht: Bei einigen Stoffen gibt es solide Studien. Die ehrliche: Viele Versprechen
sind größer als der Nutzen.
Hier sehen Sie, was Vitamin C, D, Zink und Selen tatsächlich leisten – und wie Sie
gezielt statt nach dem Gießkannenprinzip vorgehen.
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Vitamin C, D, Zink & Selen – was wirklich vorbeugt und verkürzt
Der Klassiker. Die große Cochrane-Übersicht ist eindeutig: In der Allgemeinbevölkerung verhindert regelmäßiges Vitamin C Erkältungen nicht – es verkürzt sie aber zuverlässig leicht (etwa 8 % bei Erwachsenen, 14 % bei Kindern). Erst nach Symptombeginn eingenommen, hilft es nicht mehr. Eine Ausnahme: Bei extremer körperlicher Belastung (Leistungssport, Kälte) sank die Erkältungshäufigkeit um rund die Hälfte.
Eine aktualisierte Cochrane-Übersicht von 2024 findet wenig Beleg für eine Vorbeugung, aber Hinweise, dass Zink die Dauer einer Erkältung moderat verkürzen kann – am ehesten als Lutschtablette, früh im Verlauf begonnen. Die Datensicherheit ist niedrig, und Nebenwirkungen (Übelkeit, schlechter Geschmack) treten häufiger auf.
Der spannendste Kandidat. Eine große Meta-Analyse zeigt einen Schutzeffekt gegen Atemwegsinfekte – am deutlichsten bei nachgewiesenem Mangel. Und genau der ist im deutschen Winter weit verbreitet. Vitamin D ist damit einer der wenigen Stoffe, bei denen ein gezielter Ausgleich für viele Menschen sinnvoll ist (idealerweise nach Blutwert).
Selen, Vitamin A, B6, B12, Folsäure, Eisen, Kupfer tragen laut EU zur normalen Immunfunktion bei – ein Mangel schwächt die Abwehr. Ein gezielter Ausgleich ist sinnvoll, eine pauschale Hochdosierung ohne Mangel dagegen nicht.
Vom breiten Komplex bis zum gezielten Einzelpräparat ist alles erhältlich. Eine Auswahl:
| Produkt | Enthält | Hinweis |
|---|---|---|
| Orthomol Immun | 25 Nährstoffe: Vitamin C, D, Zink, Selen u. v. m. | Breiter Komplex, Trinkfläschchen/Granulat/Tabletten. Variante Immun pro zusätzlich mit Ballaststoff Inulin + Mikroorganismen. |
| Doppelherz aktiv Immun | Vitamin C, D, Zink, Selen | Preisgünstige Drogerie-Variante mit den Kern-Wirkstoffen. |
| Cetebe Abwehr plus | Vitamin C (Depot) + Vitamin D + Zink | Vitamin-C-Retardkapseln (gleichmäßige Abgabe). |
| Einzelpräparate | Vitamin D (z. B. 1000–2000 I.E.), Zink, Vitamin C | Gezielter und günstiger als ein Komplex – gerade Vitamin D ist als Einzelpräparat sinnvoll. |
Preise und Verfügbarkeit ändern sich – ein Preisvergleich über apomio.de oder medizinfuchs.de lohnt sich. Pflanzliche Wege wie Echinacea (z. B. Esberitox) sind hier bewusst nicht aufgeführt – dazu ist die Evidenz besonders uneinheitlich.
In der Praxis sehen wir oft Menschen, die in der dunklen Jahreszeit anfälliger sind und schnell etwas tun wollen. Viele berichten gerade zu Beginn einer Kur von einem stabileren Gefühl. Das ist Erfahrung, kein Studienbeweis – passt aber zum sinnvollen Vorgehen: ein Kurzzeit-Aufbau über die Erkältungswochen statt dauerhafter Einnahme.
Wer es einfach und belegbar halten will, fährt mit drei gezielten Stoffen meist gut: Vitamin D (im Winter, möglichst nach Blutwert), Zink früh bei den ersten Anzeichen, Vitamin C begleitend. Den größten Effekt haben ohnehin Schlaf, Bewegung und ein gutes soziales Umfeld – siehe unsere Säule Balance.
Viele Komplex-Präparate überschreiten in der Tagesdosis die vom BfR empfohlenen Höchstmengen. Für eine kurze Anwendung ist das meist unkritisch, für die Dauereinnahme nicht gedacht. Bei Schilddrüsenerkrankungen (Selen, Jod), Nierenerkrankungen, in Schwangerschaft/Stillzeit oder bei Medikamenteneinnahme vorher mit Arzt oder Apotheke sprechen. Diese Seite ist Patienteninformation und ersetzt keine ärztliche Beratung.
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In der Allgemeinbevölkerung verhindert eine regelmäßige Vitamin-C-Einnahme Erkältungen nicht, verkürzt sie aber zuverlässig leicht – um etwa 8 % bei Erwachsenen und 14 % bei Kindern. Erst nach Auftreten der Symptome eingenommen, zeigt Vitamin C keinen Effekt. Bei extremer körperlicher Belastung (Sportler, Kälte) kann es die Häufigkeit deutlich senken.
Eine Cochrane-Übersicht von 2024 findet wenig Evidenz für eine Vorbeugung, aber Hinweise, dass Zink die Dauer einer Erkältung moderat verkürzen kann – am ehesten als Lutschtablette früh im Verlauf. Die Sicherheit der Daten ist niedrig, und es treten häufiger Nebenwirkungen wie Übelkeit oder schlechter Geschmack auf.
Eine große Meta-Analyse zeigt einen Schutzeffekt gegen Atemwegsinfekte – am deutlichsten bei Menschen mit nachgewiesenem Vitamin-D-Mangel. Bei gut Versorgten ist der Zusatznutzen gering. Da im Winter viele Menschen in Deutschland niedrige Werte haben, ist Vitamin D einer der wenigen Stoffe, bei denen ein gezielter Ausgleich oft sinnvoll ist.
Der beste Beleg besteht für die Einzelwirkstoffe. Das jeweilige Kombiprodukt selbst ist in der Regel nicht in einer eigenen Studie gegen Placebo auf Erkältungsverkürzung getestet. Ein Komplex ist bequem, aber nicht automatisch wirksamer – oft genügen gezielt Vitamin D, Zink und Vitamin C.
Viele Komplex-Präparate überschreiten in der Tagesdosis die vom BfR empfohlenen Höchstmengen einzelner Vitamine und Mineralstoffe. Für eine kurze Anwendung über die Erkältungszeit ist das meist unkritisch, für die Dauereinnahme aber nicht gedacht. Mehr ist nicht besser.
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